Ein seltsamer Kautz war das am Straßenrand. Groß gewachsen, fast zwei Meter, eine Erscheinung. Reichlich ungepflegt, mit vollem Bart, langen Haaren und einem schmutzigen Gewand, das dennoch sehr aufwendig gemacht schien. Er betet laut. Mit verschränkten Händen und dem Blick nach unten gerichtet sprach er lauthals, man solle seinem Herren preisen. Erlösung bringt er allen die ihn loben und den Tod und das Unglück allen die sich ihm verschließen. Einige Menschen hatten sich um ihn versammelt, so auch ich. Sie waren nicht daran interessiert an seinen Gott zu glauben, nein es waren die klassischen Gaffer, die sich jeder Sensation hingeben. Leute wie ich, die alles genau beobachten und ein von Paranoia schwarz gefärbtes Bild der Welt haben. Da beendet der Mann sein gebet und sprach: "Sehet wie viele Kinder bereit sind meinem Herren zu folgen!" Er griff einen Mann am Arm um ihn in die Mitte des Personenkreises zu ziehen, doch er schlug die Hand von sich. Selbes versuchte er bei einer Frau, doch die Reaktion war die gleiche. Die Menschen waren sichtlich angewiedert, ich war es auch, natürlich, aber gleichzeitig begeistert von des Mannes Blick. Als ob es auf der Welt nichts Böses gäbe. Dieser Mann hat das Paradies auf Erden gefunden. Plötzlich fiel er zu Boden. Ein kräftig wirkender Mann aus dem Kreis hatte ihn niedergeschlagen. Noch bevor sich der Kautz wieder aufrichten konnte, wurde auf ihn eingetreten. Der ganze Kreis, alle traten sie ihn mit Füßen, bis er began zu Bluten, aus der Nase und dem Mund. Dann verließen sie ihn. Der Kreis hatte sich aufgelöst und der einzig verbleibende war ich. Ich blickte herab auf den Haufen Elend, um dessen Kopf sich eine immer größer werdende Blutpfütze bildete. Er sah mich an. Sein Blick war voller Leere und er sagte "Mein Herr hat mich verlassen. Ich habe nichts." Er stand auf schubste mich zur Seite, obwohl genug Platz war um mich zu umgehen und trotte langsam davon. Zurück blieb eine Pfütze aus Blut und ich, der verstanden hatte...
Pierre
Freitag, 15. Mai 2009
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