Dienstag, 22. Februar 2011

The King of Limbs


Was passiert wenn ein Künstler ein neues Album rausbringt? Nunja erstmal, bevor es überhaupt irgendwo in Scheibenform in Jewelcases abgepackt im Laden liegt wird erstmal ganz groß die Werbetrommel gerührt, denn weil man sich wahnsinnig teuer Produzenten an Bord geholt oder vom Plattenunternehmen aufgezwungen bekommen hat und man mit überproportionierten Produktionen und Gastmusikern auf dem Album glänzen will, muss man ja nach der monatelangen Arbeit auch gut Ernte einfahren. Wenigstens einen, wenn nicht sogar zwei Monate vorher steht also das Albumrelease fest und solange laufen Werbesspots im Internet, Fanaktionen, bei denen man irgendwas gewinnen kann und sonstige Spielereien um die Leute auf das Produkt aufmerksam zu machen. Eigentlich ein altbewährtes System. Jetzt kommt Alternative-Gigant Radiohead, die einfach mal lässig wie sie sind schlappe vier Tage vorher auf ihrer Internetseite eine kryptische Botschaft hinterlassen und dann letzten Freitag das neue Album zu digitalen Verkauf ins Internet stellen. Ziemlich lässig, erstens auf die große Werbetrommel und zweitens mal wieder auf das physikalische Musikmedium zu verzichten, wobei man aber mittlerweile nichts anderes mehr von Thom Yorke und Konsorten gewohnt ist. Zum Album will ich noch nicht viel sagen, es klingt beim ersten reinhören vielversprechend, fühlt sich aber anstregend an, wenn das irgendeinen Sinn macht. Nach einigen ruhigen Stunden bin ich vielleicht zu einem differenzierterem Statement fähig. Bis dahin empfehle ich Fans zuzugreifen und dem Rest sich zu verneigen vor Kreativität im sonst so öden Musikgeschäft.

Pierre

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