Es lässt sich vorweg nehmen. Sie waren super, so wie immer. Die fünf Sympathisanten aus dem Wendeland haben gestern mal wieder eine großartige Show abgezogen mit viel Geschrei, viel laut, einigen humoristischen Einlagen und ner Menge gepflegter Pop-/Rockmusik. Das man das Pop sicher nicht vergessen darf habe ich festgestellt, als ich in die Halle gekommen bin. Der Ringlokschuppen in Bielefeld, aber nur der kleine Hallenteil und wohin man sah, überall junges Gemüse, zu 90% mit Madsenmerch eingekleidet und halt das klassische Kreischpublikum. Ja Sebastian Madsen ist zu einem kleinen Sexsymbol für kleine Teenager geworden. Witzig waren auch die jungen Damen, deren Eltern sie nicht allein zum Konzert fahren lassen wollten. So stand dann nachher im wilden Pogo die ein oder andere Mutter, die panisch ihre Tochter aus diesem Chaos gezogen hat. Eine der Mütter schien aber auch überzeugter Madsenfan zu sein, in T-Shirt gekleidet und voll Möhre am Partey machen. Ich begrüße sowas! Nach scheinbar endlosem warten stand dann Vorband Bosse auf der Bühne. Da hat sich dann auch mal wieder gezeigt was für einen großartigen Vorbandgeschmack Madsen haben. Denn Bosse waren nach Leo Can Dive und Profession Reporter schon die dritte großartige Vorband, die ich mindestens genau so sehr genossen hab wie Madsen selbst. Grade der Gitarrist hat es mir doch unglaublich angetan. Schulterlange Haare, geiler Bart, die selbe braun-orangene Strickjacke wie ich und ne Fender Stratocaster. Der Junge ist abgegangen, dass war nicht mehr feierlich und ein guter Gitarrist war er obendrein. Aber auch der Bossemensch selbst, war sehr sympathisch, wie ich später noch feststellen durfte. Jedenfalls haben die einen dann sehr gut für eine halbe Stunde unterhalten und eine für Madsen schonmal gut warm gemacht. Dann war erstmal der wohl geilste Roadie ever dran. Irgendwie hat er mich an Dave Grohl von den Foo Fighters erinnert, nur breiter. Mit so viel falschem Enthusiasmus habe ich noch nie jemanden Instrumente vorbereiten sehen. Vielleicht hat ihn das Publikum, was stellenweise sogar für ihn geklatscht hat noch dazu motiviert ein paar mittelkuhle Gitarrenriffs vom Stapel zu lassen, jedenfalls hat er wesentlich länger gebraucht, als eigentlich nötig. Dann ging endlich das Licht aus und eine schöne Version von Vielleicht mit Geige und so lief im Hintergrund, leider hat es nur kaum einer erkannt, denn die meisten waren wohl zu gespannt die Madsenboys live zu sehen. Eben diese haben dann die Bühne gestürmt und voll los gelegt. Das muss man dem jungen Volk lassen, einen soliden Pogo haben sie hingelegt, zumindest am Anfang. Verflucht wild und mit verflucht viel Mitgegröhle gingen zumindest die ersten Lieder richtig ab. Dies zum Leidwesen vieler, der eben erwähnten Mädchen, die wohl mit einer so wilden Bande nicht gerechnet hat. Aber auch die vorher so wilden haben während des Konzerts echt nachgelassen. Halt alle unerfahren und nicht fähig sich ihre Kräfte einzuteilen. Bei mir hat nur die durch Krankheit sowieso angeschlagene Stimme immer mehr nachgelassen, so dass ich bei den meisten Liedern auf einstimmen mit der Band verzichten musste. Gespielt wurde natürlich vieles vom letzten Album zusätzlich zu den alten Kamellen, was aber leider dafür gesorgt hat, dass persönliche Favoriten der ersten Platte, wie Diese Kinder und Mein Therapeut und ich es nicht auf die Setlist geschafft haben. Madsen sind halt mittlerweile Pop, was solls. Nach zwei Stunden und einem grandiosen Finale mit Nachtbaden war dann aber auch Schluss mit Konzert. Ärgerlich eigentlich, denn irgendwie kam es einem garnicht so lang vor. Aber erstmal ab zu den Kaufständen. Einmal natürlich um sich mit Tourshirt und Poster einzudecken, aber auch um den netten Herrn Bosse mal persöhnlich kennen zu lernen. Netter Handschlag, CD mit Autogramm für nen 5er und ein kurzer Wortwechsel, dass war schon verdammt geil. Siebter März, Visionsparty im Forum in Bielefeld. Ich hoffe, da kann ich irgendwie hin, auch wenn die Visionsseite selber da irgendwie wenig informativ war. Jedenfalls wars mal wieder spitze auf nem Konzert gewesen zu sein und Madsen war defintiv ein verflucht guter Start ins musikalische 2009...
Pierre
Montag, 12. Januar 2009
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